Chronik VHS Laboe
Nunmehr fast 60 Jahre ist die Volkshochschule Laboe (VHS) ein fester Bestandteil
des kulturellen Lebens in der Gemeinde Laboe. Seit der Gründung am 23. Februar
1948 durch engagierte Bürgerinnen und Bürger des Ostseebades im Hotel Laboe
hat sich an dem Ziel der Volkshochschule, das lebenslange Lernen Erwachsener –
obwohl dieser Begriff damals noch völlig unbekannt war – durch entsprechende
Kursangebote zu begleiten, nichts geändert. Die Angebote der Volkshochschule
im Rahmen des gesellschaftlich unumstrittenen Auftrages, die Weiterbildung von
Erwachsenen zu fördern, sind deshalb auch heute so notwendig wie eh und je.
Die Organisationsform der Volkshochschule hat sich seit der Gründung mehrfach
geändert. In den 50-Jahren übernahm der Kulturring Laboe – ein Zusammenschluss
mehrerer Laboer Vereine und Gruppen – die Trägerschaft. Der Bürgermeister und
der Bürgervorsteher gehörten kraft ihres Amtes dem Vorstand an und die
administrative Arbeit erledigte der jeweilige Gemeindeinspektor als Geschäftsführer
der Volkshochschule. Das Programm der Volkshochschule wurde in den folgenden
Jahren im wesentlichen von deren Leitern Kurt Reimers und dann über einen sehr
langen Zeitraum von mehr als 15 Jahren von Wolf Mueller-Reichau geprägt. Der
Beschluss der zuständigen Gremien der Gemeinde Laboe in der Mitte der 70-Jahre,
sich nicht mehr aktiv an der Volkshochschularbeit zu beteiligen, veranlasste die
verbliebenen Mitglieder, die Volkshochschule in der heutigen Form als Verein
fortzuführen. Nach einigen Geburtswehen erfolgte am 21. Februar 1983 die
Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Plön. Mitglied dieses Vereins
kann jeder werden, der die Ziele der Volkshochschule ideell und finanziell unterstützen
will. Die Gemeinde Laboe ist dem Verein als so genanntes korporatives Mitglied bei
-getreten. Sie unterstützt die Arbeit der Volkshochschule mit einem jährlichen
Zuschuss und durch Sachleistungen, z.B. durch das Bereitstellen von Räumen und
die Übernahme der dadurch entstehenden Folgekosten (Hausmeister, Reinigung,
Energie u.ä.)
Die Führung einer Volkshochschule als eingetragener Verein ist in Deutschland nicht
unüblich. Die Mehrheit der Volkshochschuleinrichtungen ist als Verein organisiert. Ein
nennenswerter Teil der Volkshochschulen ist aber weiterhin eine kommunale Einrichtung
und kann sich deshalb viel unmittelbarer als ein Verein auf die Ressourcen der Träger-
kommune stützen. Einen noch geringen, aber zukünftig stärker werdenden Anteil haben wegen
der zunehmenden Aufgabenvielfalt und des damit verbundenen höheren finanziellen Aufwands
die gemeinnützigen GmbH (gGmbH).
Die Volkshochschule Laboe eV. gehört zu den kleinsten Einrichtungen dieser Art in unserem
Lande. Sie hat derzeit aber mehr als 80 Mitglieder (Stand: 2005), was auf ein wachsendes
Interesse an der Volkshochschularbeit hindeutet. Die administrativen Arbeiten im Laboer
Volkshochschulverein werden ehrenamtlich und unentgeltlich vom Vorstand geleistet,
d.h. Kursprogrammerstellung, Auswahl und Verpflichtung von Dozenten, Rechnungsführung
und viele Verwaltungsaufgaben mehr liegen auf den Schultern des von der Mitglieder-
versammlung gewählten Vorstandes. Auffallend ist, dass seit der Vereinsgründung ausschließlich
Frauen, angefangen von Inge Bretzke, über Christel von Zötl, über Elke Kofoldt, die 12 Jahre lang
den Vorsitz inne hatte, Bernadette McMahon-Rupp, Marie-Elisabeth Most-Werbeck bis hin
zur heutigen Vorsitzenden Helga Mieze, den Vorstand ehrenamtlich geleitet haben. Ihre
Arbeit hat wesentlich zum Überleben und zur Weiterentwicklung der Volkshochschule in
Laboe beigetragen. Ideelle und aber auch finanzielle Unterstützung erhält der Verein
außerdem von seinen Spitzenverbänden, der Kreisvolkschule Plön und dem Landes- bzw.
Bundesvolkshochschulverband.
Die Kurse der VHS Laboe sind derzeit überwiegend sprachlich und handwerklich ausgerichtet.
Sie dienen meist der wissensbasierten Annäherung an ein Hobby. Zweimal im Jahr veröffentlicht
die VHS Laboe ihr Programm in Heftform (gemeinsam mit den übrigen Volkshochschulen des
Kreises Plön), aber auch in der lokalen Presse. Teilnehmen an den Kursen kann jeder; eine
Mitgliedschaft oder ein Wohnort Laboe ist nicht Voraussetzung.
Für die Zukunft fordern die VHS-Spitzenverbände jedoch im Einklang mit staatlichen Behörden
von den Volkshochschulen ein weiter ausgebautes Kursangebot mit auch beruflich verwertbaren
Zertifikaten. Das legt die Messlatte für eine kleine Volkshoch-schule wie Laboe sehr hoch. Ob zu
hoch, wird die Zukunft zeigen und hängt vor allen Dingen davon ab, wie die Gemeinde und andere
staatlichen Stellen die ehrenamtli-che Arbeit stützen können und wollen.
Die räumliche Situation der VHS war bis zum Januar 2006 noch unbefriedigend. Neben einem
Büro im Gebäude der Schwimmhalle konnte sie hauptsächlich nur auf Räumlichkeiten der alten
Grundschule zurückgreifen. Diese sind allerdings nicht für Erwachsene möbliert, was eine
Kursteilnahme nicht immer zum Vergnügen macht. Das hat sich seit Anfang 2006 grundlegend
geändert. Nach dem Umzug der Grundschule in das neue Gebäude wurden der VHS durch die
Gemeinde Räumlichkeiten ausschließlich zur eigenen Verwendung im Vario-Gebäude der alten
Grundschule zur Verfügung gestellt. Nach der Renovierung in eigener Regie mit Hilfe des Bauhofes
der Gemeinde Laboe stehen der VHS jetzt Kursräume im Topzustand zur Verfügung, die einen
angenehmen und effektiven Lehrbetrieb ermöglichen.
Man kann unterstellen, dass das Bedürfnis, sich als Erwachsener weiterzubilden, vor allen Dingen
durch den Druck der sich ändernden Arbeitswelt weiter steigen wird. Aber auch die demografische
Entwicklung insbesondere in Laboe und Umland (immer weniger Kinder, immer mehr ältere
Einwohner) lässt die Nachfrage nach Weiterbildung im weitesten Sinne im Erwachsenenalter immer
größer werde. Die VHS Laboe wird sich dieser Herausforderung stellen und ist dabei auf das
Engagement ihrer Mitglieder und der Unterstützung durch die kommunalen und staatlichen Stellen
angewiesen.
Die Beteiligung an den Kursen und der Umfang der Kurse sind bei der Volkshochschule Laboe steigend.
Trotz der in den letzten Jahren unbefriedigenden Raumsituation stieg die Zahl der Kurse von 42 im
Jahre 2001 auf 56 im Jahr 2004. Das gleiche gilt für die Unterrichtseinheiten. Sie stiegen von 720 auf
1048. Lediglich bei der Teilnehmerzahl ist wegen der schon angesprochenen Engpässe bei den
Räumlichkeiten eine Stagnation eingetreten, die sich voraussichtlich mit den neuen Räumen und
zusätzlichen Kursen auflösen wird. Die Teilnehmerzahl betrug im Jahre 2001 442, erhöhte sich auf 491
im Jahre 2003, um wieder auf 442 im Jahre 2004 zurückzugehen. Das Jahr 2005 hat die steigende
Tendenz sowohl bei den Kursen als auch bei den Teilnehmern bestätigt. Die Zahlen des
Frühjahrssemester 2006 lassen dank der verbesserten Raumsituation einen noch steileren Anstieg für das
Jahr 2006 erwarten.
Fortsetzung folgt in Kürze...


